Seit Jahren ist der Übertragungsstandard TETRA für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in der Diskussion.
Auch am Samerberg sollen TETRA-Sendeanlagen installiert werden. Zum Sendestandort Dandlberg hat sich die Gemeinde eindeutig positioniert – der Standort wird abgelehnt, um die Anlieger vor möglichen gesundheitlichen Folgen zu schützen.
Ja, was sind “mögliche gesundheitliche Folgen”? Und müssen nur die Anlieger vom Dandlberg geschützt werden? Oder alle oder keiner?
- Notwendigkeit: Zunächst sagen die Behörden, dass der veraltete Analogfunk abgelöst werden muss, da dieser nicht mehr zeitgemäss ist.
Das ist richtig. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass der TETRA-Standard inzwischen ebenfalls veraltet ist und es moderne und weniger umstrittene Alternativen gibt.
- Grenzwerte: Die Befürworter weisen darauf hin, dass strenge Grenzwerte eingehalten werden.
Das stimmt ganz sicher für einzelne Anlagen, aber bei der Festlegung der Grenzwerte spielen wirtschaftliche Faktoren eine wichtige Rolle und es wird nur die Wärmewirkung der Strahlung betrachtet und nicht etwa die Wirkungen auf das Nerven- oder Immunsystem. Das ist ungefähr so, als würde der TÜV beim Auto nur die Heizfunktion überprüfen.
- Nachweis: Die Betreiber weisen darauf hin, dass bisher keine gesundheitliche Beeinträchtigungen nachgewiesen werden konnten und der Nachweis der Unschädlichkeit nicht zu führen ist.
Stimmt teilweise, aber häufig werden Studien die gesundheitliche Folgen untersuchen von der Mobilfunkindustrie bezahlt. Welchen Einfluss eine Industrie auf die Wissenschaft haben kann, ist aus der Tabakindustrie bekannt. So ist es nicht verwunderlich, dass bei Interphone-Untersuchungen, bei denen Industriegeld floss, weniger als 10% einen Einfluss feststellten – bei den unabhängigen lag die Quote bei nahe 50%.
Zudem ist der Nachweis der Unschädlichkeit selbstverständlich führbar – die Pharmaindustrie macht es vor.
Auch beim WLAN werden Grenzwerte eingehalten – dennoch empfiehlt das Gesundheitsministerium im Kindergarten derartige Geräte nicht zu verwenden.
Zudem gibt es immer wieder traurige Einzelfälle – etwa in Achenmühle. In der Straße mit den Mobilfunkantennen – etwa 12 Häuser – sind 9 Menschen in den letzten Jahren an Krebs erkrankt, drei sind bereits verstorben.
Wissenschaftlich gesehen ist dies kein Nachweis und durchgeführte Messungen haben gezeigt, dass die Grenzwerte eingehalten werden – natürlich.
- Kleinere Übel: Die Befürworter weisen darauf hin, dass eine Tetrafunkstation weit weg auf der Hochries besser ist als in der Nähe von Häusern.
Das ist natürlich richtig, aber bei dem geplanten Abdeckungsgrad würde es nicht bei einer Station auf der Hochries bleiben. Die abgeschatteten Gebiete müssen durch zusätzliche Antennen erreicht werden.
Abgesehen davon: Die Hochries wird von Erholungssuchenden und Sportlern aufgesucht, der Samerberg lebt zum Teil von genau diesen Menschen. Flieger berichten immer wieder, dass Ihre Instrumente in der Nähe der heute schon vorhandenen Antennen aufgrund der Strahlung ausfallen.
- Alternativlos: Die Befürworter wider Willen führen immer wieder ins Feld, dass das Ganze sowieso nicht aufzuhalten sei.
Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch würde das vermutlich genauso sehen – aber hier ist nicht die Ukraine!