Nachhaltige Ortsentwicklung am Samerberg

GrainbachBeim Thema Ortsentwicklung denkt man zunächst an die sichtbaren Veränderungen in einer Gemeinde –  die Bebauung, die das Ortsbild prägt.

Und das Thema Nachhaltigkeit hat oft den Ruf schwer fassbar zu sein. Denn konkrete Erfolgsfaktoren lassen sind kaum messen und damit erscheint eine Steuerung und Erfolgsermittlung unmöglich.

Aber Nachhaltigkeit ist generell betrachtet sehr einfach: Nachfolgende Generationen sollen mindestens so viele natürliche Ressourcen zur Verfügung haben, wie die aktuelle. Diese Betrachtungsweise war für das  Wirtschaften im ländlichen Raum lange Zeit gang und gäbe. Im bäuerlichen, familiär geprägten Milieu ist dies heute noch so. Nun ist im Zuge der immer kürzeren Kapitalverwertungszyklen das Denken in größeren Zusammenhängen und Zeiträumen aus dem Blick geraten.

Um eine Ortsentwicklung nachhaltig zu gestalten, geht es nicht um schwammige Wohlfühlfloskeln oder vereinzelte Maßnahmen. So ändert eine PV-Anlage auf dem Schuldach oder die Wiederholung der Phrase vom sanften Tourismus nichts an der generellen Ausrichtung einer Gemeinde.  Wenn die natürlichen Ressourcen nachhaltig bewirtschaftete werden sollen, muss zunächst eine Vision für die Zukunft  entwickelt und die Bürger dafür begeistert werden. Aus dieser Vision lassen sich Strategien und Konzepte für alle Bereiche des öffentlichen Lebens ableiten: Welche Ressourcen stehen uns zur Verfügung, wie belastbar sind sie, wie soll ihre Nutzung in naher und vor allem ferner Zukunft aussehen. Die entwickelten Konzepte müssen dann „nachhaltig“ umgesetzt und in der täglichen Arbeit verankert werden.

Dies klingt nach einer Herkulesaufgabe, aber es gibt mindestens eine Gemeinde in FS_20170407_101719Bayern, die das sehr gut umgesetzt hat: Furth bei Landshut. Der ehemalige Bürgermeister Dieter Gewies sprach letzten Monat am Samerberg über seine Gemeindeentwicklung, die sehr konsequent am Gedanken der Nachhaltigkeit und damit der Verbindung von Ökonomie, Ökologie, Sozialem, Kunst und Kultur ausgerichtet ist. Diese eher abstrakten Begriffe sind in konkrete „Nachhaltigkeitsfelder“ übersetzt:

  • Bildung und Erziehung
  • Leben im Alter
  • Energie
  • Wasser
  • Biodiversität
  • Innenentwicklung statt Außenentwicklung
  • Verkehr und Finanzen.

Die strenge Beachtung dieser Nachhaltigkeitsfelder hat zu einer sehr guten Infrastruktur, geordneten Finanzen trotz schwacher Steuereinnahmen und einer sehr hohen Lebensqualität geführt.

Dieses Beispiel zeigt, dass man als Kommune eine nachhaltige Strategie verfolgen und wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Man kann ein Leben im Alter attraktiv gestalten und die Jungen halten. Man kann Wasser in hoher Trinkqualität zur Verfügung stellen, die Innenentwicklung vorran treiben, CO2-neutral Energie bereitstellen, Verkehrskonzepte umsetzen und Natur- und Landschaftsschutz nachhaltig betreiben, wenn der politische Wille vorhanden und die Bürger einbezogen werden.

Welchen Stellenwert hat Landschafts- und Naturschutz?

Unsere Landschaft ist DIE natürliche Ressource, die nicht nachwächst, die nicht erneuerbar ist. Eine Landschaft, die zugebaut oder betoniert wird, ist für viele Generationen verloren.

Im Programm der Bündnisgrünen heisst es:  >> Die Menschheit kultiviert die Natur und nutzt die Erde. Gleichzeitig sind wir Teil der Natur und bleiben trotz aller Wissenschaft und Technik von ihr abhängig. Die Vielfalt der Natur, den Reichtum ihrer Arten und die unwiederbringliche Eigenart naturnaher Landschaften schützen wir aus Respekt vor ihrem Eigenwert, aber auch weil eine intakte Umwelt für uns Menschen einen nicht in Zahlen messbaren Wert hat. Die Schönheit der Natur ist unbezahlbar. <<

Es gab in der Vergangenheit immer wieder Bestrebungen, den natürlichen Ressourcen einen monetären Wert zuzuschreiben, um ihren Erhalt – also nachhaltige Nutzung – zu fördern. Wir halten dies für einen Irrweg. Der Erhalt der natürlichen Ressourcen ist eine moralische Pflicht die sich aus der Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen ergibt.

Besteht Nachholbedarf?

Der Nachholbedarf in der Gemeinde Samerberg ist im Vergleich, etwa zur erfolgreichen Gemeinde Furth, die ihren Kurs zur nachhaltigen Entwicklung seit etwa 20 Jahren verfolgt, entsprechend groß. Bisher ist am Samerberg die Grundlage, mit dem Entwickeln der Vision und des Ziels der Nachhaltigkeit, noch nicht gelegt.

Dagegen haben einige benachbarten Gemeinden endlich das Thema Nachhaltigkeit auf ihre Agenda geschrieben. Ermutigend ist z.B. der Zusammenschluss des  Interkommunales Entwicklungskonzepts (IKEK), bahnbrechend die Gründung der Bürger Energie Chiemgau Genossenschaft und richtungsweisend der geplante Bau eines Nahwärmnetzes in Aschau. Dort wird auch die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit unter großer Beteiligung der Bürger vorangetrieben.

Am Samerberg ist der Flächennutzungsplan über 40 Jahre alt, stammt also aus einer Zeit, als Nachhaltigkeit als Begriff noch nicht geläufig war. Generell  werden hier Entscheidungen jedweder Art ad hoc getroffen. Eine übergeordnete, nachhaltige Strategie und daraus abgeleitete Konzepte existieren nicht. So werden in den von der Gemeinde errichteten Gebäuden immer noch fossile Heizungen eingebaut und nachhaltige Aspekte werden kaum berücksichtigt. Dabei müssen gerade öffentliche Gebäude mit hohem Energieverbrauch Vorbildwirkung haben.

Obwohl es Probleme mit der Wasserversorgung am Samerberg gibt, wurde zu keinem Zeitpunkt der sparsame Umgang mit unserer wichtigsten natürlichen Ressource ins Auge gefasst.

Stichwort Bildung am Samerberg: Weil es kein übergeordnetes Konzept für Bildung und Entwicklung gibt, musste kurz nach der Fertigstellung eines neuen Kindergartens am Samerberg, ein Container für die Kinder aufgestellt werden, da die Plätze nicht ausreichen.

Stichwort Jugendarbeit: In den Vereinen ist die Jugendarbeit fest verankert. Andererseits musste für den Erhalt des Jugendclubs am Samerberg improvisiert werden, nachdem dessen baufälliges Gebäude abgerissen werden musste.

Ein wichtiger Erwerbszweig am Samerberg ist der Tourismus. In den jährlichen Beratungen geht es meist um die Steigerung der Übernachtungszahlen und die Erhöhung der touristischen Attraktivität. Eine nachhaltige Strategie, oder auch nur die Beschreibung der Grenzen des Wachstums und damit dessen, was wünschenswert und verträglich ist, existiert nicht.

Eine Gemeinde wie der Samerberg, deren herausstechendes Merkmal die Schönheit der Landschaft und Einzigartigkeit des Naturraumes ist, braucht noch mehr als andere eine Strategie zur nachhaltigen Entwicklung.

Wir Weltmeister

Es ist sicherlich unbestritten, dass der männliche Teil unserer Spezies eine Jahrhunderte währende Hegemonie in Gesellschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft inne hat. Auch wenn diese Vorherrschaft in den letzten Generationen erste Schwächen zeigt, scheint ihr Fortbestand im öffentlichen Leben für weitere Jahrzehnte gesichert.

In einem auffälligen Gegensatz steht dazu häufig der männliche Einflussbereich im privaten, im häuslichen Umfeld, der sich eher auf die Peripherie beschränkt. Kurz der private Mann ist meist nur Herr über Garage und Keller.

Und sicherlich könnte man trefflich darüber spekulieren, ob nicht große Teile der Unvollkommenheit unserer Welt dem Umstand geschuldet sind, daß – vor allem im fortgeschrittenen urbanen Milieu, in den Ballungszentren und Metropolen – häufig selbst diese bescheidene Einflußsphäre nicht mehr vorkommt. Ein König ohne Königreich, geschweige denn ein Pferd, ist möglicherweise anfällig für radikale und gleichwohl einfache Ansätze.

Passend zu der beschränkten Einflußsphäre des Mannes im Privaten sind auch die zu verantwortenden Tätigkeiten oft geprägt von niederem sozialen Anspruch und geringer Komplexität. Positiv formuliert: Der Mann ist im häuslichen Bereich oft überqualifiziert. Dies muss nicht immer von Nachteil sein, denn wenn es eine Tätigkeit gibt, die bis heute fast synonym zu männlicher Betätigung geworden ist, dann ist es die, die häufig initiiert wird mit dem simplen Satz: „Kannst Du mal den Müll rausbringen“. Und ob Zufall oder nicht – in Punkto Müll ist Deutschland Weltmeister! Und das sowohl in Bezug auf die Menge als auch auf die Trennung des Mülls in seine… hm ja was? – seine Bestandteile. Also Deutschland ist nicht etwa Weltmeister im Bereich der Bildung oder Kinderbetreuung, aber beim Mülltrennen macht uns keiner so leicht etwas vor. Vielleicht auch aufgrund der, in die Peripherie des häuslichen Lebens abgedrängten und häufig überqualifizierten, Männer.

Wertstoffhof_kAber die einfacheTätigkeit von einst ist heute schon lange nicht mehr so einfach. Sie setzt inwischen vielfach höhere Ansprüche an Kommunikations- und vor allem Motivationsfähigkeit voraus. Man könnte sogar sagen, dass in kaum einen anderen Bereich der technologische Wandel und die gewachsene gesellschaftliche Verantwortung so sichtbar wird, wie beim häuslichen Müllsammeln.

So war es für mich durchaus wie das Bestehen einer großen Prüfung, als es mir vor nicht allzulanger Zeit das erste Mal gelang, unbeanstandet meine Abfälle – pardon   – Wertstoffe im Wertstoffhof abzugeben. Aber, wie jeder weiß, nach der Prüfung ist vor der nächsten Prüfung und so bleibt immer ein Restrisiko auf dem samstäglichen Weg zu den Containern. Besonders heikel ist die Kategorie „Mischkunststoffe“. Die Liste der erlaubten und nicht erlaubten Dinge ist lang, vielfach unlogisch und einfach nicht zu merken. Die meisten versuchen, genau wie ich, in einem unbeobachteten Moment, den gesamten Sack auf einem Mal im Misch-Container zu deponieren. Wenn das nicht klappt und der Inhalt inspiziert wird, dann lässt man in Gedanken die letzte Müllperiode vor seinem geistigen Auge ablaufen und hoffen, hoffen, hoffen. Aber wie leicht kann fahrlässigerweise ein Kunststoffbecher in den Mischkunststoffen landen!

Der Ertappte wird dann mindestens mit einem strafenden Blick  nicht unter zwei Sekunden bedacht. Die Pein steigert sich, wenn, der oftmals betagte Mitarbeiter für alle anderen sichtbar, den Fehler korrigiert und den Becher anklagend in der Hand haltend und betont langsam zum Becher-Container trägt.

Diese Erniedrigung ist in der Tat hart, insbesondere dann, wenn man es schafft, den Restmüll einer vierköpfigen Familie locker in der kleinsten verfügbaren Tonne unterzubringen. Und wenn man sich intensiv mit Fragen beschäftigt hat wie – welcher Unterschied besteht zwischen einer Plastikfolie und einer mit einer Tausendstel Millimeter aufgedampften Metallschicht? Wie definiert man den Unterschied zwischen einem Becher und einer Schale? Und was ist mit dem Deckel? Gehört der dazu? Und überhaupt, was hat das mit dem Stoff zu tun? Wer denkt da nicht jedes Mal an die Formalismusdebatte der 60er Jahe: Form schlägt Inhalt. Oder war es umgekehrt?

Und wer denkt nicht manchmal diesen hässlichen, defätistischen Satz: Wird doch eh alles zusammengekippt?

Trotzdem, manchmal gibt es auch Hoffnungsvolles: Letztens arbeiten am Recyclinghof auch Flüchtlinge. Einer nimmt mir den Sack mit den heiklen Mischkunststoffen ab und fördert – ich förmlich erstarrt – eine Bierdose zu Tage. Eine Bierdose! Nicht nur, dass eine Bierdose nichts bei den Mischkunststoffen zu suchen hat – niemand in unserem Haus trinkt Bier … aus Dosen – doppelschwör. Fassunglos und demütig erwarte ich meine Bestrafung. Aber was tut dieser Mann? Er nimmt die Dose, als wäre es die normalste Sache der Welt, und wirft sie mit Schwung – wohin, habe ich vergessen – und gibt mir einen „Daumenhoch“ – alles klar Meister, danke! Das ist der Augenblick, in dem auch mir klar wird, wie schwierig Integration sein kann.

Dennoch – Müllrausbringen ist inzwischen eine komplexe Tätigkeit. Seit kurzem werden auch kompostierbare Abfälle angenommen. Damit wird es natürlich nicht einfacher, im Gegenteil, das Müllthema rückt von der Peripherie näher an das häusliche und familiäre Leben, ja schmiegt sich förmlich an den Dreh- und Angelpunkt des Privaten: Die Küche.

Aber Homo Sapiens hat nicht über Jahrtausende immer wieder neue Überlebensstrategien angewandt, um in einer, sich ändernden Umwelt, zu überleben. Der Meister der Anpassung wird auch dieser Herausforderung gerecht werden: Nun, es mag täuschen, aber in letzter Zeit sind häufiger Frauen am Recyclinghof zu sehen…

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Einladung zur Gründungsversammlung

Einladung zur Gründungsversammlung BÜNDNIS 90/DIE GRÜNENBuendnis_90
Ortsverband Aschau/Frasdorf/Samerberg
Datum: Mittwoch, 30.11. 2016
Uhrzeit: 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr
Ort: Gasthaus Alpenrose, Kirchplatz 2, 83122 Samerberg

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

wir freuen uns, nun einen der letzten weißen Flecken ohne einen Grünen Ortsverband hier in unserer Region auch begrünen zu können.

Der Kreisverband Stadt und Landkreis Rosenheim lädt Grüne Mitglieder und interessierte Bürgerinnen und Bürger zur öffentlichen Gründungsversammlung des Ortsverbandes Aschau/Frasdorf/Samerberg herzlich ein.
Wir freuen uns, dass Eike Hallitzky, Landesvorsitzender der bayerischen Grünen, uns zu diesem historischen Ereignis mit einer Begrüßungsrede auf die Gründung und die politische Arbeit des neuen Ortsverbandes einstimmen wird.

Einen Vorschlag zur Tagesordnung haben wir angefügt.
Im Anschluss an den offiziellen Teil ist Zeit und Gelegenheit zum Kennenlernen, zum Austauschen und gemütlichen Zusammensein.

Wir hoffen auf Euer Interesse und freuen uns, wenn Ihr zahlreich teilnehmt.

Steffi König                                                   Hubert Lingweiler
Kreisvorsitzende                                           Kreisvorsitzender
steffi.koenig@gruene-rosenheim.de             hubert.lingweiler@gruene-rosenheim.de

Tagesordnung:

1. Begrüßung durch den Landesvorstand / Kreisvorstand
2. Genehmigung der Tagesordnung (offene Abstimmung)
3. Wahl einer/eines Sitzungsleiter/in (offene Abstimmung)
4. Wahl einer/eines Schriftführer/in (offene Abstimmung)
5. Rede von Eike Hallitzky
6. Aussprache über die Gründung eines Ortsverbandes Aschau/Frasdorf/Samerberg
7. Abstimmung über die Gründung des Ortsverbandes Aschau/Frasdorf/Samerber (offene Abstimmung)
8. Wahl zweier WahlhelferInnen (offene Abstimmung)
9. Wahl zweier SprecherInnen (geheime Abstimmung)
10. Wahl einer/eines Schriftführerin/Schriftführers (geheime Abstimmung)
11. Sonstiges

Georg Trakl

Verklärter Herbst

Gewaltig endet so das Jahr
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar
Und sind des Einsamen Gefährten.

Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
Gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.

Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluß hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht –
Das geht in Ruh und Schweigen unter.

Auf zum Containern…

20160610-FS_20160610_84531Am Samerberg wird ein Container für Kindergartenkinder direkt im Garten des jetzigen – zu kleinen – Kindergartens aufgestellt.

Und als ob dies allein nicht schon genug Blamage bedeutet, die Entscheidung dafür wurde zwei mal revidiert. Aber jetzt ist es wohl endgültig beschlossen – trotz 10.000 € Mehrkosten im Jahr. Nun denn! Insgesamt war dies die beste von allen schlechten Lösungen, die auf die Schnelle gefunden werden musste. Allerdings kam die letztgültige Entscheidung auf einer Sondersitzung des Gemeinderates zustande; nach einer massiven Intervention der Betroffenen.

Der gesamte Vorgang offenbart zwei gravierende Schwächen: Einmal ist es die wenig vorausschauende Weise, in der große Bauvorhaben von der Gemeinde angegangen, geplant und entschieden werden. So passiert es, dass der Jugendtreff in Grainbach praktisch über Nacht baufällig wird und von jetzt auf gleich eine Übergangslösung in der neugebauten Kita gesucht werden musste.

Offenbar ist es auch nicht ungewöhnlich, dass direkt am Schwimmbad ein Kisok (30 Meter weiter existiert bereits einer) gebaut und erst danach ein Geschäftsmodell und Pächter gesucht wird.

StatistikDabei ist die Bevölkerungs-entwicklung einer Gemeinde sicherlich nicht sonderlich schwer abzuschätzen – vorausgesetzt, man investiert ein wenig Mühe oder fragt Leute, die etwas davon verstehen. Das Bayerische Landesamt für Statistik etwa, sagt für 2028 mehr als 40 Prozent mehr Kinder voraus!

Aber auch ohne Statistik – wer beim letzten Kindergartenfest dabei war, konnte allein da sechs schwangere Frauen zählen.

Im letzten Wahlkampf war häufig von “Ideologiefreiheit” die Rede. Und wahrscheinlich liegt genau hier das Problem, denn allzu oft steht dieser Terminus für keine Vision, keine Strategie und keine Idee. Wie wäre es stattdessen wieder mit etwas mehr Ideologie? Etwa mit der Ideologie der Nachhaltigkeit? Mit der Ideologie vom Dienst an der Gemeinschaft? Oder auch nur mit der simplen Ideologie der Sekundärtugenden?

Was fassungslos macht, ist zudem die Tatsache, dass man versucht die Schuld für die Fehlplanung den wenigen Flüchtlingskindern zuzuschieben.

Ja und dann der Entscheidungsprozess: Demokratisch legitimiert, klar! Dienst nach Vorschrift – kein Problem, haben wir schon immer so gemacht… Aber dennoch wirkt das Prozedere merkwürdig aus der Zeit gefallen: Auf der einen Seite die betroffenen Eltern, die Kinder und ErzieherInnen und auf der anderen Seite ein kleiner Kreis Entscheidungsträger. Die Asymmetrie ist förmlich mit Händen greifbar.

Und generell gilt für alle demokratischen Entscheidungsprozesse: Die eigentliche Entscheidung ist nur der letzte Schritt. Entscheidender sind die erarbeiteten Alternativen und die Willensbildung. Und dafür bedarf es Fantasie, Sorgfalt, Kommunikation und Transparenz. Und genau dafür gibt es inzwischen mehr als einen unbeleuchteten Aushängekasten beim Bäcker und Petitionslisten am physisch-schwarzem Brett im Kindergarten! Willkommen im 21. Jahrhundert!

Die große Frage: Wie geht es weiter? Wird man dieses Disaster nutzen, um umzudenken? Welche zukunftsfähige Lösung wird für den Kindergarten gefunden? In absehbarer Zeit wird auch die relativ neue Grundschule zu klein sein. Wie wäre es mit einer breiten Debatte im VORFELD? Es gibt inzwischen wunderbare Konzepte mit flexibel nutzbaren Schulgebäuden. Wird ein harmonisches Gesamtensemble geschaffen? Wird es einen Wettbewerb der Ideen geben? Oder auch nur eine Ausschreibung für die Architektur?

Franz Fühmann sagte einmal: Was nottut, ist die maximale Entfesselung der Fantasie!

Andererseits – in zwei, drei Jahren, wenn die Schule zu klein wird, wird bestimmt nach einer Ad-hoc-Lösung für den Kindergarten der Container nicht mehr gebraucht – den könnte man dann für die Schule hernehmen.

Die Samerberger Künstler brechen auf…

2016-07-10 Aufbruchund zwar ab diesen Freitag, den 24.6.2016

Den Auftakt bildet eine Vernissage ebfalls am Freitag ab 19:00 Uhr im ehemaligen Kuhstall an der Linde in Grainbach.

Es lohnt sich.

 

 

 

 

Die Energieblende

FS_20160103_75376Das Bauerntheaterstück des Trachtenvereins wird heute Abend noch einmal zusätzlich aufgeführt. Also es ist die letzte Möglichkeit das Stück zu sehen.

Klar geht es wieder gegen die Münchner Regierung. Und ja – ein “Mitbürger afrikanischer Herkunft” sorgt für ein Huch – Erschrecken der Stammtischgäste im Biergarten und das wirkt wie eine matte Reminiszenz an die 70er Jahre, als dieser Gag wirklich noch ein Gag war. Aber es klingt auch die Unsicherheit mit, die die politische Korrektheit nicht nur  bei Muttersprachlern auslöst – und dies wiederum ist wirklich lustig.

Und ja – im ersten Akt kommt die Geschichte nur sehr schwerfällig in die Schnurre. Dieser Teil wirkt merkwürdig abgetrennt, wie später in das Stück eingefügt, um einige aktuell politische Ereignisse zu reflektieren. Aber das ist ja auch gut so.

Und ja – die Dramaturgie verheddert sich zwischen dem zufälligen Belauschen der Korruptionspläne und dem Engagement einer grünen Gemeinderätin. Da wollte der Autor wohl auf Nummer sicher gehen. Am Ende bringt keines von beiden die Geschichte so recht voran.

Und ja, wenn man so will, kann man eine flapsige Kritik an der katastrophalen Informationspolitik in unserer Gemeinde heraushören. Vielleicht sogar auch daran, dass in Punkto Energiewende von der Gemeinde noch gar nichts angeschoben wurde.

Muss man aber nicht. Man kann sich auch einfach nur unterhalten lassen und die bekannten Gesichter in den Rollen bestaunen, die übrigens durchweg auf hohem Niveau spielen.

Und das Puplikum ist von Anfang an mit Begeisterung dabei! Viele sind so hingerissen, dass sie tatsächlich bei der gespielten Abstimmung mitvotieren. Also: Hingehen – kann man nichts falsch machen, wie Christoph Sieber sagt.

Komödienstadl

Die Süddeutsche brachte am Wochenende einen Artikel, der hilft, den Samerberg in Bayern wieder ins  Gespräch zu bringen:

“Josef Höß aus Samerberg hat es amtlich: Er ist Bauer. Und als Bauer braucht er keine Baugenehmigung, wenn er einen Stadl auf seine Wiese stellen will. Also hat er einen hingebaut, allerdings nicht aus Holz, sondern aus Beton. Den soll er nun wieder wegreißen – und wehrt sich.”SZ_13_12_2015_Stadel-1

 

Heuer-Preis geht and die Samerberg-Zeitung

Die Freude am Samerberg ist ungeheuer: Der Heuer-Preis geht heuer an den Samerberg-Teil der Rohrdorf-Samerberg-Zeitung.
Dieser Preis ist heuer das erste Mal unter den Gemeindezeitungen ausgelobt worden. Dabei geht es, wie der Name schon sagt, darum, möglichst oft den Begriff “heuer” zu verwenden. Und noch vor der aktuellen Dezemberausgabe steht der Sieger fest. Denn mit dem Novemberheft hatte sich der Samerberg uneinholbar den Spitzenplatz gesichert.
Entscheidend waren letztlich zwei Artikel in der Novemberausgabe:
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Der Preis wird den Machern der Zeitung noch heuer in den Räumen des Kultusministeriums von Herrn Anno Heuer bei einem – wie könnte es anders sein – Heurigen übergeben.

Begeistert über das mediale Echo wurde von informierten Kreisen versichert, dass im nächsten Jahr – also das Jahr nach heuer – die Preiskategorien ausgedehnt werden. U.a. soll auch der längste Schachtelsatz (Sonderpunkte gibt es, wenn der Satz anders endet als er begonnen hat) und der längste Artikel mit dem geringsten Informationsgehalt prämiert werden. Es bleibt also spannend.

Ach ja – das Samerberger Naturbad

FS_20151004_70812Wenn das Wetter gut ist im Sommer, dann kommen sehr viele Badegäste.

Das ist gar nicht so selbstverständlich, denn eigentlich müsste das Bad schon wieder saniert werden.

Die Filteranlage funktioniert offensichtlich nicht richtig, das Wasser sieht entsprechend FS_20150517_65049unappetitlich aus. Andererseits ist es fast rührend zu sehen, dass die Gemeinde regelmäßig Wasserproben analysieren lässt und die perfekten Ergebnisse veröffentlicht – das tröstet über vieles hinweg.

Überhaupt scheint die gesamte Filteranlage eine Fehlkonstruktion zu sein, denn sie musste schon provisorisch mit Plastik und Steinen abgedichtet werden. Der Bodenbelag des Beckens löst sich und wirft zur Freude oder Erschrecken der Kinder Blasen.

 

Trotz allem kommen, wie gesagt, die Gäste und drängen sich auf der kleinen Liegewiese. Bei Bella gibt es Eis und Pommes und wer mal muss, kann auch zu den Toiletten gehen. Was um alles in der Welt hat, wen auch immer, dazu bewogen, einen großen Teil der Liegewiese zuzubetonieren, um Toiletten und einen Eis- und Pommes-Stand zu installieren? WARUM? Um drängelnden Kindern die 20 Meter zum Eisholen bei Bella zu ersparen?

FS_20150517_66449Oder weil die Toiletten im Moorbadstüberl nicht zumutbar sind, wie schon mal kolportiert wird – meist von Leuten, die diese Toiletten noch nie von innen gesehen haben. Also diese Toiletten sind nicht auf Adlon-Niveau – im Hintergrund spielt nicht Vivaldi oder so – aber sie sind für Gaststätte und Schwimmbad völlig ausreichend. Und abgesehen davon, auch diese Anlagen gehören der Gemeinde.

 

Interessant wäre zu erfahren, ob jemand die Wirtschaftlichkeit (den Business Case) durchgerechnet hat. Und was ist der Plan? Gibt es einen Plan? Und… immer wieder gern gefragt: Würde die Entscheidung beibehalten, wenn es das Geld der Entscheidungsträger wäre und nicht das Geld von allen?

Aber eine kleine weitergehende Spekulation über den Sinn dieser, gar nicht mal kleinen Investition, sollte erlaubt sein: Im Wahlprogramm der ÜPW (es ist allerdings kein Wahlprogramm, sondern eine kleine, allgemeine Liste für sechs Jahre) steht ein einziger konkreter, nachprüfbarer Punkt mit schlechter Grammatik: “… eine Verbesserung vom Kiosk und den sanitären Anlagen am Naturbad haben Priorität”. – Priorität vor Vernunft und Wirktschaftlichkeit?

Ja und die Partei in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

Die schönen deutschen Euros:

 

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Unabhängig davon schrieb Frank Schirrmacher – einer der völlig unverdächtigt war, linken Gedankengut anzuhängen – über den griechischen Weg:

Die Demokratie ist Ramsch

Wer das Volk befragt, wird zur Bedrohung Europas. Das ist die Botschaft der Märkte und seit vierundzwanzig Stunden auch der Politik. Wir erleben den Kursstutz des Republikanischen.

Geschrieben hat Schirrmacher es 2011 – damals wollte Papandreous ein Referendum abhalten.

Freitag, Axel Hacke, Käser Alm

FS_20150619_67680Am Freitag kam Axel Hacke auf die Käser Alm, um aus seinen gesammelten Kolumnen vorzulesen.

Eingeladen hatte Kulturenevents vom Samerberg.

 

… ja Axel Hacke. Am Freitag war er nicht nur Kolumnist, sondern auch ein charmanter Comedian. Wer nur seine Kurzprosa kennt, hätte ihm vielleicht gar nicht zugetraut, dass nicht nur der stille kleine Scherz mit längerem Anlauf sein Metier ist, sondern dass er auch für echte Schenkelklopfer zu haben ist – dann klingt er fast so wie Mario Barth, wenn dieser studiert hätte. Wenn er z.B. als “Behalter” seine alte, olivegrüne Bundeswehrunterwäsche gegen den Wegwerfwillen seiner Frau verteidigt und dann darüber sinniert, dass der Zweck der grünen Farbe darin liegen könnte, dass der Soldat auch dann noch eine funktionierende Tarnung hat, wenn der Russe ihm schon die Uniform weggeschossen hat.

So wird wie bei jedem Comedian das Kleine sehr groß. Aber bei den wirklich guten wird das Große eben auch sehr klein. Nicht so bei Herrn Hacke. Das wirklich Große kommt bei ihm nicht einmal vor.

Und so war es auch ein wenig enttäuschend, als er nach seiner etwas umständlichen Ankündigung, jetzt auch mal politisch zu werden, nur eine, wenn auch gelungende, syntaktische Analyse der Stoiberschen “ähs” vorlas.

So sind denn seine Geschichten und Geschichtchen erfrischend wie ein Glas Prosecco, schöne Unterhaltung, aber, .. äh…, worum ging es noch mal?

Das letzte Rundschreiben vom Papst

EnzyklikaGestern hat Papst Franziskus seine Enzyklika “Über die Sorge für das gemeinsame Haus” veröffentlicht.

Sicherlich steht im Einzelnen kaum etwas in diesem lange erwarteten Text, was ein halbwegs alphabetisierter Mitteleuropäer nicht schon wüsste oder an einem freien Wochenende durch unabgelenktes Nachdenken herausfinden könnte.

Etwa dass es in einer begrenzten Welt kein unaufhörliches Wirtschafts- und Konsumwachstum geben kann. Schon Benedikt hat aufgefordert, die Wachstumsmodelle zu korrigieren, die allem Anschein nach ungeeignet sind, den Respekt vor der Umwelt […] zu garantieren.

Gefruchtet hat diese Aufforderung nicht – nahezu alle politisch verantwortlichn Kräfte haben den Wachstumsfetisch fest in ihren Programmen verankert.

Franziskus beschreibt in seltener Klarheit die Verbindung der Umweltproblematik mit den sozialen Auswirkungen die letztlich durch ein ungerechtes Wirtschaftssystem hervorgerufen werden: wie es möglich ist, den Aufbau einer besseren Zukunft anzustreben, ohne an die Umweltkrise und an die Leiden der Ausgeschlossenen zu denken.

Und weiter zu den Ursachen: Der Erdboden der Armen im Süden ist fruchtbar und wenig umweltgeschädigt, doch in den Besitz dieser Güter und Ressourcen zu gelangen, um ihre Lebensbedürfnisse zu befriedigen, ist ihnen verwehrt durch ein strukturell perverses System von kommerziellen Beziehungen und Eigentumsverhältnissen.

PV-Analge im VatikanAuf über hundert Seiten spricht er die wichtigsten Themen für die weltumspannende Verantwortung und die direkte Verbindung des Glaubens mit der Bewahrung der Schöpfung an – ein großer Mann dieser Franziskus!

->Enzyklika Laudato Si’

Aber wie üblich gibt es auch Stimmen, die diese Enzyklika als “Ökoschreiben” oder “ökologisches Manifest” verhohnepipeln. Daniel Deckers in der FAZ versteigt sich gar in der Behauptung Franziskus betreibt “unterkomplexe Analysen” und kommt mit abgestandener Polemik mit den üblichen Verurteilungen aller möglichen Ismen daher – von Anthropozentrismus über Konsumismus bis Hedonismus…   Ja wirklich zu dumm, dass dem Papst da nicht was neues einfällt, damit sich Herr Deckers nicht langweilt.

Aussage des Monats

Nicht der Mensch muss zukunftsfähig, sondern die Zukunft muss menschenfähig werden.

Heribert Prantl von der Süddeutschen in einen bemerkenswerten Artikel.

Wir müssen flexibler werden, wir müssen wettbewerbsfähig werden (zur Zeit trifft man häufig die Formulierung “wettbewerbsfähig bleiben” an), wir brauchen Wachstum und dergleichen mehr.

Aber der gesellschaftliche Diskurs über die Gestaltung der Zukunft, die Entwicklung von Visionen scheint völlig zum Erliegen gekommen.

 

Rock am Berg

Gestern kam innerhalb der Samerberger Festwoche die Rock- und Party-Band “Born wild”.

Offensichtlich wollten die Jungs schon im Namen andeuten, dass sie keinesweges geboren wurden, um wild zu werden, sondern sie kamen schon so auf die Welt – hm… Mit dabei drei Mädels, die sich Brass ‘n Babes nennen. Alles ziemlich junge Typen, die zunächst erst einmal einen gar nicht so wilden Eindruck machen. Musikalisch bieten sie nachgespielte Rockmusik, eine Cover-Band eben.

Also wer auch immer die Idee hatte, diese Band an den Samerberg zu holen – dieser oder diese jemand hatte ein gutes Händchen. Die Bühnenshow war sehr aufwändig, frisch und natürlich auch wild – ein bisschen zumindest.

Schön auch zu sehen, dass jeder auf seine Weise virtuos sein und auch mindestens ein anderes Instrument beherrscht. Und so stand jeder mal ganz vorn – kein Zweifel diese Leute müssen sich auch privat gut verstehen.

Und die Band bot beste Unterhaltung und wirklich gute Musik – herzlichen Dank!

 

Kammerkonzert im Stall

Gestern veranstalteten Hedwig und Michael Roggendorf in Grainbach ein Kammerkonzert im ehemaligen Oberwagner Kuhstall.

Silvia Natiello-Spiller und Antonio Spiller interpretierten Stücke von Mozart, Beethoven, Lutoslawski und Brahms. Und die Begeisterung im Puplikum war einhellig.

Nebenbei gesagt, war die Akustik sehr viel besser, als man das von dem Raum erwarten würde.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Konzert der Auftakt für eine ganze Reihe sein wird.

 

Die Chlorung des Trinkwassers am Samerberg…

FS_20150426_63549Die Chlorung des Trinkwassers am Samerberg kann nach einem dreiviertel Jahr endlich aufgehoben werden.

Die Informationspolitik der Gemeinde in diesem und auch anderen Zusammenhängen ist mehr als verbesserungswürdig.

An dieser Stelle gilt der besondere Dank dem Gesundheitsamt Rosenheim, das eine klare Linie im Interesse der Verbraucher gefahren und die richtigen Schutzmaßnahmen eingefordert hat.

Im Übrigen müssen weiterhin zwei mal pro Woche an den Samerberger Trinkwasserbrunnen entsprechende Messungen vorgenommen werden.

So manche Stadt oder Gemeinde….

So manche Stadt oder Gemeinde, wenn sie reich genug ist, leistet sich ein Kunstmuseum. Und manche, wenn sie mutig genug sind, leisten sich ein architektonisches Zitat aus einer anderen Stadt, damit etwas Glanz davon in die Heimat geholt wird. Und dann gibt es wiederum welche, die sehr geschichtsbewusst sind und die lassen z.B. einen Bunker vom letzten großen Krieg bewusst stehen, damit die Erinnerung bleibt.

Aber es gibt sicherlich nur ganz wenige Gemeinden, die sich alles auf einmal leisten können und zwar in einem einzigen Bauwerk:

FS_20150506_63832Der Betonbau am Obereck erinnert sehr an eine Ausstellungshalle – Nörgler könnten meinen, ja genau – wie das Elefantenklo von Frankenhausen.

Aber ist es nicht eher ein neu errichteter Bunker? Schliesslich jährt sich das Kriegsende zum 70sten Mal in diesem Jahr. Insofern: Respekt für die pünktliche Fertigstellung.

Für andere mag es vielleicht auch die gelungene Kopie einer Tempelstätte… wie hiess die noch mal? Ja warum nicht? Es ist eine Art Mini-Taj Mahal am Samerberg:

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Was allerdings doch verwundert, ist die Tatsache, dass die Gemeinde sich wortreich dagegen wehrt, die Lorbeeren für diesen Geniestreich entgegenzunehmen.

Das Landratsamt oder war es das Landwirtschaftsamt (?) soll alles hinter dem Rücken der Gemeinde arrangiert haben. Wenn das so wäre – seien Sie versichert, es ist nicht so – dann würde sich in der Tat die Frage stellen, ob der Samerberg so eine große und sehr teure Verwaltung überhaupt braucht.

Aber natürlich hat die Gemeinde (Bauausschuss, Bürgermeister und Bauamtsleiter) stundenlang mit dem Bauherren debattiert, haben ihn, wenn er verzagen und weniger mutig, eine angepasste Bauform wählen oder vielleicht einen weniger prominenten Platz bebauen wollte, immer wieder aufgerichtet und bestärkt an seinem eingereichten Entwurf festzuhalten.

Sicherlich haben sie auch, als Kleingeister, die Privilegierung dieses landwirtschaftlichen Baus in Zweifel ziehen wollten, diese klug verteidigt. Vielleicht hat es auch Böswillige gegeben, die den Bau vermessen und mit den eingereichten Unterlagen vergleichen wollten, ja selbst wenn –  sie hätten nichts ausrichten können.

Jetzt sollen aber doch “mögliche” Rechtsmittel gegen dieses Kleinod eingelegt werden – glücklicherweise ist es dafür natürlich zu spät. Künftige Generationen werden diesen Umstand noch zu schätzen wissen.

Und für all diese Mühe soll es keinen Dank geben? Die seelenlose Bürokratie des Landwirtschaftsamtes soll all dies bewerkstelligt haben… zu viel Bescheidenheit, wirklich!

Das Personalkarussell dreht sich weiter


Die gemeindeeigene Gaststätte “Zum Badwirt” hat wieder neue Pächter gefunden.

Die einzig spannende Frage in dieser Tragödie ist: Wann setzt sich in der Gemeinde die Erkenntnis durch, dass es keinen Sinn hat, immer wieder nur darauf zu hoffen, dass jemand von außen kommt und Zeit, Geld und Energie investiert.

Es wäre nötig, endlich eine Vision zu entwickeln, Ideen zu generieren und ein langfristiges, tragfähiges  Konzept aufzustellen. Doch so lange man eine derartige Aufgabe eher als Verwaltungsakt denn als strategische Herausforderung sieht, wird sich das Karussell vermutlich noch weiter drehen…

Informationsveranstaltung zum Thema Trinkwasser

Am 10.2.2015 hielt Dr. Christian Magerl einen Vortrag zum Thema Wasser in Bayern. Dabei wurde deutlich, dass sich trotz unterschiedlicher Anstrengungen die Qualität des Trinkwassers in Bayern besonders in Bezug auf den Nitratgehalt verschlechtert, statt verbessert hat.

Nitrat im Grundwasser ist am Samerberg allerdings kein Problem, die Werte liegen auch unter den Vorsorgewerten für Kleinkinder und Babys. Dafür gibt es das aktuelle Problem der Verunreinigung und die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung aus oberflächennahen Grundwasser:

 

Die meisten Besucher waren sich einig in der Feststellung, dass bei allen Problemen die es aktuell gibt, die regionale Wasserversorgung in den Händen der Gemeinde oder zumindest der öffentlichen Hand bleiben muss.

Ebenso erhielt die Feststellung Zustimmung, dass die Informationspolitik der Gemeinde zu dem wichtigen Thema Trinkwasser inakzeptabel ist.

Eine Chronologie der Ereignisse um die aktuellen Verschmutzungsprobleme aus Sicht der betroffenen Verbraucher kann in der Präsentation (auf das Bild links klicken) nachvollzogen werden.

Aus den Wetterdaten ist ersichtlich, dass der Starkregen im letzten Jahr, der allgemein als Ursache für die Verunreinigung mit Keimen angesehen wird, kein singuläres Ereignis war. Im Gegenteil: Ein Vergleich mit anderen Starkregenereignisse der letzten 50 Jahre zeigt sich, dass es rund 20 Tage gab, an denen mehr Regen fiel.

 

Die kollektive Festplatte

An Heilig Drei König startete die Ausstellung “Der Samerberg im Wandel“. Die Eröffnungsrede hielt der Bürgermeister mit der rhetorischen Frage nach der Kunsthaftigkeit der gezeigten Fotos. Diese Frage ist für den Rahmen zu groß und zugleich auch zu klein und vor allem eines: Irrelevant.

Die Bilder sind ein Exzerpt aus der Arbeit mit fotojournalistischem Anspruch. Und auch wenn einige Fotos von Hermann Heyl (Samerberger Schönheiten) in die Ausstellung integriert sind, so geht es Rainer Nitzsche wohl vor allem darum die Schönheit der Landschaft und die Höhepunkte im Brauchtum darzustellen. Deshalb sind diese Bilder eben vor allem eines: Schön. Die Menschen tragen Festkleidung und der Himmel ist immer blau, sehr blau.

Unabhängig vom Sujet zeigen die Fotos, was mit moderner Digitaltechnik möglich ist. Die Tiefe des Raumes und die Detailfülle sind beeindruckend und laden ein, ganz nahe heran zu gehen. Und keine Frage, diese Fotos werden künftige Bildbände und Informationsmaterialien über den Samerberg prägen. Und vielleicht prägen sie auch ein wenig die eigene Sicht der Bewohner für Ihre Umgebung. Vielleicht wird so mancher am nächsten Tag etwas aufmerksamer den Alltag oder die nächsten Feste begehen und schauen … schauen wie mit dem Auge des Fotografen.

Aber jenseits von schönen Landschafts- und Brauchtumsfotos werden die Arbeiten dann am interessantesten, wenn der Fotograf die Hochglanzästhetik verlässt, wenn er nicht mehr auf einen priviligierten Standort oder technische Perfektion zählt, sondern sich auf die Menschen konzentriert und den Instinkt für den richtigen Moment hat. Dann entstehen kleine Juwelen, wie das sich küssende Paar am Rande einer Fussballübertragung (neudeutsch: Public Viewing)  und Kinder, die auf einer Schaukel tollen.

So eine Ausstellung ist schwer zu machen und leicht zu kritisieren. Es erfordert sehr viel Energie und Überzeugungsarbeit eine, vielleicht am Anfang wage Idee zu verfolgen und umzusetzen – dem Samerberger Künstlerkreis ist in dieser Hinsicht besonders zu danken. Und vielleicht ist diese Fotoausstellung der Anfang von etwas das weiter geht. Der Anfang ist gemacht.