So manche Stadt oder Gemeinde….

So manche Stadt oder Gemeinde, wenn sie reich genug ist, leistet sich ein Kunstmuseum. Und manche, wenn sie mutig genug sind, leisten sich ein architektonisches Zitat aus einer anderen Stadt, damit etwas Glanz davon in die Heimat geholt wird. Und dann gibt es wiederum welche, die sehr geschichtsbewusst sind und die lassen z.B. einen Bunker vom letzten großen Krieg bewusst stehen, damit die Erinnerung bleibt.

Aber es gibt sicherlich nur ganz wenige Gemeinden, die sich alles auf einmal leisten können und zwar in einem einzigen Bauwerk:

FS_20150506_63832Der Betonbau am Obereck erinnert sehr an eine Ausstellungshalle – Nörgler könnten meinen, ja genau – wie das Elefantenklo von Frankenhausen.

Aber ist es nicht eher ein neu errichteter Bunker? Schliesslich jährt sich das Kriegsende zum 70sten Mal in diesem Jahr. Insofern: Respekt für die pünktliche Fertigstellung.

Für andere mag es vielleicht auch die gelungene Kopie einer Tempelstätte… wie hiess die noch mal? Ja warum nicht? Es ist eine Art Mini-Taj Mahal am Samerberg:

FS_20150506_63824

Was allerdings doch verwundert, ist die Tatsache, dass die Gemeinde sich wortreich dagegen wehrt, die Lorbeeren für diesen Geniestreich entgegenzunehmen.

Das Landratsamt oder war es das Landwirtschaftsamt (?) soll alles hinter dem Rücken der Gemeinde arrangiert haben. Wenn das so wäre – seien Sie versichert, es ist nicht so – dann würde sich in der Tat die Frage stellen, ob der Samerberg so eine große und sehr teure Verwaltung überhaupt braucht.

Aber natürlich hat die Gemeinde (Bauausschuss, Bürgermeister und Bauamtsleiter) stundenlang mit dem Bauherren debattiert, haben ihn, wenn er verzagen und weniger mutig, eine angepasste Bauform wählen oder vielleicht einen weniger prominenten Platz bebauen wollte, immer wieder aufgerichtet und bestärkt an seinem eingereichten Entwurf festzuhalten.

Sicherlich haben sie auch, als Kleingeister, die Privilegierung dieses landwirtschaftlichen Baus in Zweifel ziehen wollten, diese klug verteidigt. Vielleicht hat es auch Böswillige gegeben, die den Bau vermessen und mit den eingereichten Unterlagen vergleichen wollten, ja selbst wenn –  sie hätten nichts ausrichten können.

Jetzt sollen aber doch “mögliche” Rechtsmittel gegen dieses Kleinod eingelegt werden – glücklicherweise ist es dafür natürlich zu spät. Künftige Generationen werden diesen Umstand noch zu schätzen wissen.

Und für all diese Mühe soll es keinen Dank geben? Die seelenlose Bürokratie des Landwirtschaftsamtes soll all dies bewerkstelligt haben… zu viel Bescheidenheit, wirklich!

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